Europäisches Sklavenleben. Erster Band - Friedrich Wilhelm Hackländer - Страница 1 из 507


Erster Band Illustrirt von
Arthur Langhammer Stuttgart.
Verlag von Carl Krabbe 1885.
    1. Der
Theaterwagen Es ist eigentümlich, theurer und geneigter
Leser, daß man beim Beginn einer Geschichte so gern
Betrachtungen über das Wetter anstellt, –
eigentümlich, aber durchaus nothwendig. Was wollte man zum
Beispiel von einem Gemälde halten, wo sich die Figuren –
und wären sie auch noch so interessant – in einer Staffage
bewegten, von der man nicht sagen könnte, von welcher der vier
Jahreszeiten sie gerade beherrscht werde? Es bringt den Leser nichts
so leicht in eine angenehme Stimmung, als wenn er beim Beginn des
Kapitels erfährt, daß die Sonne mit voller Gluth
geschienen, der Wind gesaust oder der Regen in schweren Tropfen an die
Fensterscheiben geklatscht habe. Bei uns findet er aber von diesen
drei ebengenannten Dingen nichts; unsere einfache und dieses Mal
vorzugsweise sehr wahrhaftige Geschichte beginnt im Winter, –
jener Jahreszeit, wo man die Natur als erstorben betrachtet, ihr als
unschön so gern den Rücken kehrt, um in glänzende
durchwärmte Säle einzutreten und sich an künstlichen
Blumen und Freuden zu ergötzen, da man lebendige und
natürliche so wenig findet. Aber man thut Unrecht, geneigter
Leser! Es gibt Wintertage, deren eigentümliche Schönheit wir


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