Henriette Jacoby - Georg Hermann - Страница 1 из 407


nun wieder alle, auch alle um mich sein sollen, die schon weit
draußen in der Welt leben und die mancher kennt oder zu kennen
wähnt, sie, die allein mir gehören und doch wieder mir nicht
mehr gehören. Und es ist seltsam, wenn ich denke, daß ich
es nun wieder bin, der – ein neuer Charon – sie ihrem
Schicksal entgegenführt, unerbittlich wie jener; einzig den Bord
des Nachens darf ich mit Blumen umflechten. Und wenn es
fürder das Leben nicht gut mit ihnen meinte, ich könnte ja
die Karten anders mischen; aber was würde es nützen?
Über Glück und Unglück, über Behagen, Wunsch und
Wehe ist ja schon lange der Pflug gegangen, der alles in den Boden
reißt. Nehmen wir Gewesenes und Seiendes für das, was es
ist: für ein Spiel; traurig oder schön ... immer nur
für ein Spiel, dessen Sinn wir nicht kennen. Georg Hermann
  Ich weiß nicht, ob man sich
der Geschehnisse erinnert. Genug: Onkel Jason war zuerst fortgefahren,
als allererster von Jettchen Geberts Hochzeit. Er hatte eine gute
Entschuldigung, daß er doch noch krank wäre. Noch vor
Jettchen hatte er das Fest verlassen. Noch ehe Jettchen in jener
windklaren, sternhellen Novembernacht des Jahres 1839 (ich weiß
nicht, ob man sich dessen erinnert) ihrer Hochzeit in der
»Gesellschaft der Freunde«, oben in der Neuen
Friedrichstraße, den Rücken gekehrt hatte, ohne abzuwarten,
daß Madame Spiro den Kaffee servierte, und, was noch


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