Erste Gedichte - Georg Herwegh - Страница 1 из 129


»Kladderadatsch« September 1859 Deutschland
spielt eine traurige Roll, In unserm Herzen wohnt Scham und
Groll, Drum laßt uns machen ein Protokoll, Das
jeglicher unterschreiben soll! So habt ihr gesprochen, ihr
Weisen, ach! Ihr lieben Herren von Eisenach! Ihr
wart nicht erhitzt und nicht bespitzt, Ihr habt nicht gedonnert
und nicht geblitzt. Wenn ihr im Parlamente sitzt,
Könnt ihr das tun – doch müßt ihr itzt Der
Mäßigung euch befleißen, ach! Ihr lieben Herren
von Eisenach! Staatsmännisch wird alles angebahnt
Es wird nicht geturnert und nicht gejahnt; Der Michel,
wenn er wieder zahnt Und greinen will, wird zur Ruh, ermahnt.
Ihr werdet doch auch nicht beißen, ach! Ihr lieben
Herren von Eisenach. Der Michel, wenn er im Fieber
liegt, Der wird gar sänftlich eingewiegt! Und wenn
ihr euch mal zu hoch verfliegt, Mit einem Korbe, den ihr kriegt,
Könnt ihr viel Zeitungen speisen, ach! Ihr lieben
Herren von Eisenach. Germania, die hohe Braut,
Wird nächstens einem Mann getraut, Der Bräutigam ist
sehr erbaut Und läßt sich sagen: Sprecht nicht zu
laut, Sonst schicken sie euch auf Reisen, ach! Ihr lieben
Herren von Eisenach. Ich dank euch gleichfalls
für die Ehr, Euer deutsches Vertrauen rührt mich sehr.


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