Rede zum Schuljahresabschluß am 29. September 1809 - Georg Wilhelm Friedrich Hegel - Страница 1 из 19


Schuljahresabschluß am 29. September 1809 Durch
allergnädigste Befehle bin ich angewiesen, bei der feierlichen
Verteilung der Preise, welche die allerhöchste Regierung den
Schülern, die sich durch ihre Fortschritte auszeichnen, zur
Belohnung und noch mehr zur Aufmunterung bestimmt, in einer
öffentlichen Rede die Geschichte der Gymnasialanstalt im
verflossenen Jahre darzustellen und dasjenige zu berühren, wovon
für das Verhältnis des Publikums zu derselben zu sprechen
zweckmässig sein kann. So ehrerbietigst ich diese Pflicht zu
erfüllen habe, so sehr liegt die eigene Aufforderung dazu in der
Natur des Gegenstandes und Inhaltes, der eine Reihe königlicher
Wohltaten oder deren Wirkungen ist und dessen Darstellung den Ausdruck
der tiefschuldigsten Dankbarkeit für dieselbe enthält
– einer Dankbarkeit, die wir in Gemeinschaft mit dem Publikum
der erhabenen Sorge der Regierung für die öffentlichen
Unterrichtsanstalten darbringen. – Es sind zwei Zweige der
Staatsverwaltung, für deren gute Einrichtung die Völker am
erkenntlichsten zu sein pflegen, gute Gerechtigkeitspflege und gute
Erziehungsanstalten ; denn von keinem übersieht und fühlt
der Privatmann die Vorteile und Wirkungen so unmittelbar, nah und
einzeln als von jenen Zweigen, deren der eine sein Privateigentum
überhaupt, der andere aber sein liebstes Eigentum, seine Kinder,
betrifft. Die hiesige Stadt hat die Wohltat einer neuen
Schuleinrichtung um so lebhafter erkannt, je größer und


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