Aus dem Diwan des Hafis - Hafis - Страница 1 из 73


Seht! wie der Morgen lacht!
O reich't statt der Sonne den Becher!
Jetzt ist die Zeit! o reichet den Wein her! Einsam im Haus! Ein
freundlicher
Schenk, ein lieblicher Sänger!
Tage der Lust, des Bechers, der Jugend! Unser Gemüt zu
erfreuen, und die Schönheit
Des Festes zu schmücken,
Ziemen zum Gold nur geschmolzne Rubinen? Liebling und Sänger
reichen die Hand,
Die Trunkenen tanzen,
Schenkengekos macht schlaflos die Trinker. Wir sind allein, und
sicher ists hier
Im Zirkel der Trauten,
Offen sind nur die Tore der Wollust. Kundig der Anmut des Weins

Verbarg die Natur, die gewandte,
Rosenwasser ins Tiefste der Blätter, Seit daß meinem
Mond
Die Perlen Hafisens gefallen,
Horchet selbst Suhre den Tönen der Laute. * Der Garten
deines Genusses
Verleiht dem Paradiese Glanz.
Das Feuer deiner Entfernung
Entflammt der Hölle Glut. Zu deinem Gesichte und
Wuchse
Hat sich geflüchtet Edens Flur,
Von Tag zu Tage vermehre
Sich ihrer Schönheit Preis! Wie Quellen fließet mein
Auge
Die ganze lange Nacht hindurch,
Und schaut das Bild der Narzisse
In deinem Aug', im Traum. Der Frühling hat die Reize
Von deiner Schönheit nur erklärt,
Das Paradies erinnert
Mit jedem Schritt an dich. Mein armes Herz – es verbrennet,


-10     пред. Страница 1 из 73 след.     +10