Gedichte - Hafis - Страница 1 из 30


Anmut
    ist auf seiner Wang' entfacht,
Nur die Lieb und Treue fehlt ihm:
    Hätt' ihm Gott die zugedacht! Mein
Herzliebster ist ein Kind, er
    wird mich spielend eines Tags
Töten, ohne daß des Blutes
    das Gesetz ihn schuldig macht. Es ist
besser, daß mein Herz ich
    nehme gut in acht vor ihm,
Denn er kennt nicht Gut' und Böses,
    und er nimmt es nicht in acht. Einen
Abgott, vierzehn Jahr' alt,
    hold und zierlich, hab ich, dem
Von dem Monde, vierzehn Tag' alt,
    Huldigung wird dargebracht. Ein Geruch
von Milch aus seiner
    Zuckerlippe atmet noch,
Aber Blut der Herzen träufelt,
    wo sein schwarzes Auge lacht. Mein
Herzliebster, wenn das Herz er
    also schlägt, so wird der Schah
Ihn zum Feldherrn wählen, daß er
    schlägt das Herz der Feindesmacht.
Auf der Spur der jungen Rose,
    lieber Gott, wo ist mein Herz
Hingelaufen, denn ich hab es
    nicht gesehn seit Tag und Nacht? Meine
Seele geb ich dankbar
    aus, wenn jene Perle zart,
Um zu ruhn, die Brust von Hafis
    einst zu ihrer Muschel macht.
(Übersetzung: Friedrich Rückert) Muhammad
Schams ad-Din Hafis Hör ich des Wonnevogels


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