Das Rätsel von Ravensbrok - Hans Hyan - Страница 1 из 162


Kriminalroman Eduard Kaiser-Verlag Copyrigth 1943 by Ed.
Kaiser-Verlag Böhmisch Leipa Druck von J. Esslinger,
Pforzheim (Baden)
Erstes Kapitel Der Invalide Meiners war ein Mann, der
trotz seines lahmen Beines Tag und Nacht auf den Füßen war.
Er hatte ein scharfes Auge auf die Kohl- und Rübendiebe. Und die
Ströpper, die mit Schlingen und Schießeisen dem Wild
nachstellten, hatten an ihm einen bösen Feind. So war er am
16. Januar schon im Morgengrauen unterwegs. Die »Kurze«
zwischen den Zähnen, hustete und krächzte der Alte wie ein
Rabe. Asthma und Zipperlein plagten ihn wechselweise. Doch das
hinderte ihn nicht, früh und spät draußen zu sein.
Manch einen von den Wandsbeker Taugenichtsen hatte er schon ins
»Kaschott« gebracht, mochten die ihm auch zehnmal mit
Rache und Tod drohen! »Den Düwel ook, wat hüt
all wedder de Kraien grölen,« brummte er und wunderte sich,
daß die schwarzen Vögel so früh schon zu Gange waren.
Da sah er im trüben Licht, daß an einer brüchigen
Stelle der Trift die Krähen auf etwas niederstießen
und immer neue lärmend zuflogen. Meiners, der seine
Langschäfter anhatte, zauderte nicht, er stieg über den
Graben in die Wiese, über der noch der dicke Nebel lag. Fast
immer allein, hatte er sich daran gewöhnt, seine Beobachtungen
laut zu machen. »Wat'n Schitwetter! Keen' Hund möchte man


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