Der Rächer - Hans Hyan - Страница 1 из 206


erwachte. Es war noch stockfinster, aber er war, wie stets, wenn er
die Augen aufschlug, sofort vollständig munter und sprang auch
gleich aus dem Bett. »Trude,« sagte er, »es
ist sechs.« Sie antwortete nicht und drehte sich im
Halbschlaf auf die andere Seite. Nun zündete er das Licht
an und ging an die Waschtoilette, wo er sofort unter vielem Prusten
und Plantschen seine Toilette begann. Das alles ging schnell und mit
der raschen Beweglichkeit eines Menschen vonstatten, dem seine Nerven
keine Schwierigkeiten bereiten und der zu jeder Zeit seine Gedanken
und Kräfte beieinander hat. Als er sich gewaschen hatte,
ging er wieder an das Bett seiner Frau und fing, auf der Bettkante
sitzend, an, schmeichelnd in sie hineinzureden. Der gelbe Schein
des Lichtes tanzte flackernd und tiefe Schatten werfend über die
Kissen, und in der spärlichen Beleuchtung war eigentlich nur das
reiche hellblonde Haar, ein kleines rosiges Ohr und ein Stück des
weißen Halses von der jungen Frau zu erkennen.
»Willst du denn gar nicht aufstehen, Trude?« Er versuchte,
ihr ins Gesicht zu blasen, das sie im Bett vergrub. »Nicht
doch! Ich bin ja noch so müde ... laß mich ...«
Aber er gab nicht nach. »Also ich muß mir allein
meinen Kaffee kochen?« Dabei kitzelte er sie leise.
»Steh doch auf, Trude ... Ich muß dir auch noch was
erzählen!« Jetzt war sie auf einmal munter.


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