Mord im Bankhaus Lindström - Hans Hyan - Страница 1 из 233


des Konsuls. »Das gnädige Fräulein möchte
Herrn Konsul sprechen, ehe der gnädige Herr ins Büro
geht.« Die hohe, breitschultrige Figur des Konsuls reckte
sich, er sah den Diener forschend an. »Was sagte denn
meine Tochter, weshalb sie ...?« »Das gnädige
Fräulein meinte nur, sie müßte Herrn Konsul auf jeden
Fall vorher sprechen.« Indem kamen leichte Schritte durch
das Nebenzimmer, und zwischen den dunklen Samtportieren erschien die
blonde Marion, des Konsuls einzige Tochter. Sie blieb einen
Augenblick stehen und sah mit ihren schönen Augen aufmerksam zu
ihrem Vater hin. Da spürte er, daß sie ihm wirklich
Wichtiges mitzuteilen hatte. Der alte Martin war
geräuschlos gegangen; der Konsul breitete seine Arme aus ...
Dieses Mädchen da war der Mittelpunkt seines Daseins. Er selbst,
schon in den Fünfzigern, hatte das Leben genossen; er war reich,
besaß Macht und Einfluß, er hätte nicht gewußt,
was er sich noch wünschen sollte. Aber diese Tochter, seine
Marion, mit ihren einundzwanzig Jahren, war für ihn Einsatz und
Gewinn seines Lebens zugleich. Er liebte sie, nicht nur wie Väter
ja meistens ihre Töchter lieben – sie war ihm Weib
und Kind zugleich. Den Gedanken, sie zu verlieren, dachte er
überhaupt nicht aus. Sie war verlobt mit einem
Künstler, einem berühmten und wertvollen Menschen, und sie
hing gewiß mit Liebe und Leidenschaft an dem erwählten


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