Der Fürst vom Teufelstein - Heinrich Hansjakob - Страница 1 из 123


Jahrhunderts zog bisweilen ein eigenartiger Reiter in das
Waldstädtle Wolfe, zwei Stunden oberhalb Hasle, ein. Er kam auf
einem kleinen, runden Pferde ganz gemächlich das Kinzigtal
herabgeritten in einem spinatgrünen Jägerrock und in
grünem Filzhut mit Federzier. An der Seite trug er einen
mächtigen, reichverzierten, alten Hirschfänger und im Munde
eine Tabakspfeife, aus welcher er behaglich schmauchte. Der Mann
fiel aber auch noch auf durch seinen prächtigen Blücherkopf
mit gebogener Nase und einem silberweißen Schnurrbart, über
denen ein Paar helle, fröhliche Blücheraugen in die Welt
guckten. So ritt er über die Kinzigbrücke ins
Städtle und durch dasselbe hinab zum alten, finstern Schloß
der einstigen Grafen von Fürstenberg. Im Schloßhof stieg er
ab, band sein Rößlein an einen Pfosten, hing die Pfeife an
den Sattel und schritt die große Treppe hinauf zum
fürstenbergischen Oberförster Gayer, machte seinen Rapport,
stieg wieder aufs Rößlein, zündete seine Pfeife an und
trabte, wie gekommen, zum Städtle hinaus. Fragte ihn der
Oberförster, warum er jedesmal, ohne einen Schoppen zu trinken,
gleich wieder heimreite, so gab er regelmäßig zur
Antwort: »Ich muß heim: wenn ich zum Wald hinausreite,
werde ich sofort schwermütig und hab' keine Ruh', bis ich wieder
im Wald bin.« Jung und alt schaute dem seltsamen Gaste
nach, wenn er der Kinzigbrücke zuritt, und aus einem oder dem


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