Die Göttin Diana - Heinrich Heine - Страница 1 из 13


(Nachtrag zu den Göttern im Exil) Vorbemerkung Die
nachstehende Pantomime entstand in derselben Weise wie mein Tanzpoem
»Faust«. In einer Unterhaltung mit Lumley, dem Direktor
des Londoner Theaters der Königin, wünschte derselbe,
daß ich ihm einige Ballettsujets vorschlüge, die zu einer
großen Entfaltung von Pracht in Dekorationen und Kostümen
Gelegenheit bieten könnten, und als ich mancherlei der Art
improvisierte, worunter auch die Dianalegende, schien letztere den
Zwecken des geistreichen Impresarios zu entsprechen, und er bat mich
sogleich ein Szenarium davon zu entwerfen. Dieses geschah in der
folgenden flüchtigen Skizze, der ich keine weitere
Ausführung widmete, da doch späterhin für die
Bühne kein Gebrauch davon gemacht werden konnte. Ich
veröffentliche sie hier, nicht um meinen Ruhm zu fördern,
sondern um Krähen, die mir überall nachschnüffeln, zu
verhindern, sich allzu stolz mit fremden Pfauenfedern zu
schmücken. Die Fabel meiner Pantomime ist nämlich im
wesentlichen bereits im dritten Teile meines »Salon«
enthalten, aus welchem auch mancher Maestro Barthel schon manchen
Schoppen Most geholt hat. Diese Dianenlegende veröffentliche ich
übrigens hier an der geeignetsten Stelle, da sie sich unmittelbar
dem Sagenkreise der »Götter im Exil«
anschließt, und ich mich also hier jeder besondern Bevorwortung
überheben kann. Paris den 1. März 1854. Erstes
Tableau Ein uralter verfallener Tempel der Diana. Diese Ruine ist


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