Gedichtsammlung - Heinrich Heine - Страница 1 из 340


Brich aus in lauten Klagen,
Du düstres Martyrerlied,
Das ich so lang getragen
Im flammenstillen Gemüt! Es dringt in alle Ohren,
Und durch die Ohren ins Herz;
Ich habe gewaltig beschworen
Den tausendjährigen Schmerz. Es weinen die
Großen und Kleinen,
Sogar die kalten Herrn,
Die Frauen und Blumen weinen,
Es weinen am Himmel die Stern! Und alle die Tränen
fließen
Nach Süden, im stillen Verein,
Sie fließen und ergießen
Sich all in den Jordan hinein. Heinrich Heine
Der Berliner Musenalmanach für 1830 Stieglitz
        Singe nur fort, wir hören Dich
gern. Wie die treffliche Gattin
Liebe die Muse; sie liebt innig, wie jene, Dich fast.
Chamisso         Bist Du der
Alte doch stets, des Pegasus kräftiger Tummler!
Nieder, wir bitten Dich drum, reite die kreischende Zunft.
Lessmann        
»Einsame Klage« – wozu? Wozu das »vergebliche
Ringen«?
Bist ein lustger Gesell, klagst Dich zum Jammrer umsonst.
Caroline         Machtest
Du bessere Vers' und empfändest Du wahre Begeistrung,
Kämen an dichtrischem Wert wenige Frauen Dir gleich.
Werder         Strebend
greifst Du hinauf nach Sternen und funkelnden Sonnen;


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