Geständnisse - Heinrich Heine - Страница 1 из 85


1854 Vorwort Die nachfolgenden Blätter schrieb ich,
um sie einer neuen Ausgabe meines Buches »De l'Allemagne«
einzuverleiben. Voraussetzend, daß ihr Inhalt auch die
Aufmerksamkeit des heimischen Publikums in Anspruch nehmen
dürfte, veröffentliche ich diese Geständnisse ebenfalls
in deutscher Sprache, und zwar noch vor dem Erscheinen der
französischen Version. Zu dieser Vorsicht zwingt mich die
Fingerfertigkeit sogenannter Übersetzer, die, obgleich ich
jüngst in deutschen Blättern die Originalausgabe eines Opus
ankündigte, dennoch sich nicht entblödeten, aus einer
Pariser Zeitschrift, den bereits in französischer Sprache
erschienenen Anfang meines Werks aufzuschnappen und als besondere
Broschüre verdeutscht herauszugebenDie verbannten Götter von
Heinrich Heine. Aus dem Französischen. Nebst Mitteilungen
über den kranken Dichter. Berlin. Gustav Hempel. 1853. ,
solchermaßen nicht bloß die literarische Reputation,
sondern auch die Eigentumsinteressen des Autors beeinträchtigend.
Dergleichen Schnapphähne sind weit verächtlicher als der
Straßenräuber, der sich mutig der Gefahr des Gehenktwerdens
aussetzt, während jene, mit feigster Sicherheit die Lücken
unsrer Preßgesetzgebung ausbeutend, ganz straflos den armen
Schriftsteller um seinen ebenso mühsamen wie kümmerlichen
Erwerb bestehlen können. Ich will den besondern Fall, von welchem
ich rede, hier nicht weitläufig erörtern; überrascht,


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