Grevinde - Hermann Heiberg - Страница 1 из 279


Postkutsche, und mit den rauh betonten Worten: »Hier
geht's nach Schloß Rankholm –« öffnete der
Schwager den Wagenschlag und bedeutete einem darin sitzenden Herrn,
daß er ansteigen müsse. Und während dieser, ein
junger, vornehm ansehender Mann seiner Aufforderung folgte, wandte
sich derselbe Postillon zu dem Gepäckkasten, riß des
Reisenden Koffer heraus, stieß ihn unsanft auf den Erdboden und
ließ ihn dort liegen. Und als der Fahrgast, Graf Axel
Dehn, ein Wort über Wegrichtung und Weiterbeförderung seines
Gepäcks hinwarf, setzte er statt zu antworten, die Finger an den
Mund und ließ in der Richtung eines von Knicken
eingefaßten Seitenweges dreimal hintereinander einen
scharfschrillen Pfiff ertönen. Alsbald erschien ein alter,
gebückt gehender Mann oben an der Biegung des Pfades, erhob mit
phlegmatischer Bewegung die Hand zum Zeichen, daß er gehört
habe, und näherte sich mit derselben Gemächlichkeit dem
seiner Wartenden. »Denne Mand besorger alt –«
warf der sich nunmehr erst wieder zu Worten anfragende mundfaule
Rosselenker hin, nickte obenhin und schritt mit einem mürrischen
Ausdruck das ihm gebotene Trinkgeld wegsteckend, dem Wagen mit den
beiden Braunen zu. Alsdann schwang er sich abermals auf den Bock und
hieb, nunmehr taktmäßig mit der Peitsche ausholend, auf die
dann auch rasch im Staub der Landstraße verschwindenden
Gäule ein. »Wie weit ist's noch nach dem


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