Tischrede gehalten bei der Feier des 70. Geburtstages, Berlin 1891 - Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz - Страница 1 из 25


Feier des 70. Geburtstages, Berlin 1891 Ich bin im Laufe des
vergangenen Jahres, und zuletzt bei der Feier und Nachfeier meines
siebzigsten Geburtstages, mit Ehren, mit Beweisen der Achtung und des
Wohlwollens in nie erwartetem Maasse überschüttet worden.
Seine Majestät der Kaiser hat mich in die oberste Rangklasse
seiner Staatsbeamten erhoben. Die Könige von Schweden und
Italien, der Grossherzog von Baden, mein ehemaliger Landesherr, der
Präsident der Französischen Republik haben meine Brust mit
Grosskreuzen geschmückt. Viele Akademien, nicht bloss der
Wissenschaften, sondern auch der Künste, Facultäten und
gelehrte Gesellschaften, vertheilt über den Erdball von Tomsk bis
Melbourne, haben mir Diplome und schön geschmückte
feierliche Adressen geschickt, um mir ihre Anerkennung meiner
wissenschaftlichen Bestrebungen und den Dank dafür zum Theil in
Ausdrücken auszusprechen, die ich nicht ohne Beschämung
lesen kann. Meine Vaterstadt Potsdam hat mich zu ihrem
Ehrenbürger gemacht. Dazu kommen ungezählte Einzelne,
wissenschaftliche und persönliche Freunde, Schüler und
Unbekannte, die mir Glückwünsche in Telegrammen und Briefen
gesendet. Aber noch mehr. Sie wollen meinen Namen gleichsam zur
Fahne einer grossartigen Stiftung machen, welche, von Freunden der
Wissenschaft aller Nationen gegründet, wissenschaftliche
Forschung in allen Ländern des Erdballs ermuthigen und
fördern soll. Die Wissenschaft und die Kunst sind zur Zeit ja das


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