Ueber die Erhaltung der Kraft - Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz - Страница 1 из 53


Einleitung zu einem Cyclus von Vorlesungen, gehalten zu Karlsruhe im
Winter 1862/63 Hochgeehrte Versammlung! Indem ich es
übernommen habe, vor Ihnen hier eine Reihe von Vorträgen zu
halten, betrachte ich es als meine wesentlichste Aufgabe, Ihnen, so
gut ich es kann, an einem passend gewählten Beispiele eine
Anschauung von dem eigenthümlichen Charakter derjenigen
Wissenschaften zu geben, deren Studium meine Lebensaufgabe ist. Die
Naturwissenschaften haben theils durch ihre praktischen Anwendungen,
theils durch ihren geistigen Einfluss in den letzten vier
Jahrhunderten sämmtliche Verhältnisse des Lebens der
civilisirten Nationen in hohem Grade und mit steigender
Geschwindigkeit umgeformt. Sie haben diesen Nationen so viel Zuwachs
an Reichthum, Lebensgenuss, Sicherung der Gesundheit, an Mitteln des
industriellen und geselligen Verkehrs, selbst an politischer Macht
gegeben, dass jeder Gebildete, welcher die treibenden Kräfte der
Welt, in der er lebt, zu verstehen sucht, auch wenn er sich nicht in
das Studium der Specialitäten vertiefen mag, Interesse für
die eigenthümliche Art der geistigen Arbeit haben muss, die in
den genannten Wissenschaften wirkt und schafft. Ich habe die
charakteristischen Unterschiede in der Art der wissenschaftlichen
Arbeit, die zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften bestehen,
schon bei einer früheren Gelegenheit erörtertSiehe die
vorhergehende Vorlesung über das Verhältniss der


-10     пред. Страница 1 из 53 след.     +10