Das Glück am Weg - Hugo von Hofmannsthal - Страница 1 из 7


saß auf einem verlassenen Fleck des Hinterdecks auf einem
dicken, zwischen zwei Pflöcken hin- und her gewundenen Tau und
schaute zurück. Rückwärts war in milchigem, opalinem
Duft die Riviera versunken, die gelblichen Böschungen, über
die der gezerrte Schatten der schwarzen Palmen fällt, und die
weißen, flachen Häuser, die in unsäglichem Dickicht
rankender Rosen einsinken. Das alles sah ich jetzt scharf und
springend, weil es verschwunden war, und glaubte den feinen Duft zu
spüren, den doppelten Duft der süßen Rosen und des
sandigen, salzigen Strandes. Aber der Wind ging ja landwärts,
schwärzlich rieselnd lief er über die glatte, weinfarbene
Fläche landwärts. So war es wohl nur Täuschung,
daß ich den Duft zu spüren glaubte. Dann sprangen dort, wo
golden der breite Sonnenstreifen auf dem Wasser lag, drei Delphine auf
und sprudelten sprühendes Gold und spielten gravitätisch und
haschten sich heftig rauschend und tauchten plötzlich wieder
unter. Leer lag der Fleck und wurde wieder glatt und blinkte. So
tanzen vor einem feierlichen Festzug radschlagende Gaukler und
Lustigmacher, so liefen betrunkene, bocksfüßige Faune vor
dem Wagen des Bakchos einher ... Jetzt hätte es dort
aufrauschen müssen, und wie der wühlende Maulwurf weiche
Erdwellen aufwerfend den Kopf aus den Schollen hebt, so hätten
sich die triefenden Mähnen und rosigen Nüstern der
scheckigen Pferde herausheben müssen, und die weißen


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