Tobias Heider - Jacob Christoph Heer - Страница 1 из 393


Dieses Werk ist
meiner treuen Lebensgefährtin
Emma gewidmet 1923 Wie reich das
Schicksal um uns glitt,
Wir beide gingen Schritt um Schritt
Die Jahre miteinander.
Und was ich stritt und was ich litt,
Wir litten miteinander!
Und ob ich oft bei andern stand
Und ihnen meine Kränze wand, –
Aus dieser Erden Wildgeheg
Den letzten Weg, den letzten Steg,
Den gehn wir miteinander!
Erstes Buch Jugendtage in Paris
Reifenwerd, im Frühling 1879. Die Schmerzen und Nöte
der Lehrerprüfung am Seminar sind vorüber. Nach dem
richtigen Lauf der Dinge hätte ich nun schon als Vikar oder
Verweser an einer Schule unterkommen sollen. Es herrscht aber im
Kanton ein ziemlicher Überschuß an Lehrkräften, und
mit anderen muß ich warten, bis sich mir irgend ein bescheidener
Posten erschließt. Mißvergnügt blickt der Vater,
Mechaniker und Werkstättenchef einer großen
Maschinenfabrik, auf meine erzwungene Muße und meine
vergeblichen Versuche, vorübergehend als Schreiber ein Stück
Brot zu verdienen. Gestern brach sein Zorn los: »Du
weißt, ich habe es nie leiden mögen, daß du dich dem
Lehrerstande zugewandt hast, und dein jetziges Herumsitzen und
Nichtstun ertrage ich nicht mehr. Es ist eine Schande vor den Nachbarn


-10     пред. Страница 1 из 393 след.     +10