Gedichte - Jakob van Hoddis - Страница 1 из 25


  Ein starker Wind sprang empor.
Öffnet des eisernen Himmels blutende Tore.
Schlägt an die Türme.
Hellklingend laut geschmeidig über die eherne Ebene der
Stadt.
Die Morgensonne rußig. Auf Dämmen donnern
Züge.
Durch Wolken pflügen goldne Engelpflüge.
Starker Wind über der bleichen Stadt.
Dampfer und Kräne erwachen am schmutzig fließenden
Strom.
Verdrossen klopfen die Glocken am verwitterten Dom.
Viele Weiber siehst du und Mädchen zur Arbeit gehn.
Im bleichen Licht. Wild von der Nacht. Ihre Röcke wehn.
Glieder zur Liebe geschaffen.
Hin zur Maschine und mürrischem Mühn.
Sieh in das zärtliche Licht.
In der Bäume zärtliches Grün.
Horch! Die Spatzen schrein.
Und draußen auf wilderen Feldern
singen Lerchen. Jakob van Hoddis Der Morgen des
Philosophen         Er
spricht: »Nicht ängstlich an Gestaden
Auf offnem Meere will ich baden
(Ha! der Vergleich ist ein gewagter!):
Ich werde frei vom Frohn der Zeiten
Zum kosmisch-schöpferischen schreiten.« –
(Kosmisch, sagt er.)
Er wandelt kühn um seinen Tisch, er wandelt schon die
ganze Nacht
Wohl in dem gelben Lampenlicht
Das jetzt am blauen Tag zerbricht
(Die ganze Nacht hat er umgebracht!
So ein Kerl!) Jakob van Hoddis Klage


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