Briefe zu Beförderung der Humanität - Johann Gottfried Herder - Страница 1 из 967


Humanität Nach den besten Quellen revidirte Ausgabe
Herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von Heinrich Düntzer.
Berlin Gustav Hempel Druck von Breitkopf und
Härtel in Leipzig.
Vorbemerkung des Herausgebers Herder hatte seine »Ideen
zur Philosophie der Geschichte der Menschheit« bis zum Beginne
der neuen Bildung Europa's im Gegensatz zu der bis dahin herrschenden
päpstlichen Hierarchie geführt, als er von einer schweren
Krankheit befallen wurde, welche ihn an der Vollendung des
fünften und letzten Bandes hinderte, der so ungemein wichtig und
reich umfassend war, daß die Bewältigung des ungeheuren
Stoffes dem eben Genesenden, dazu mit den mannichfachsten
geschäftlichen Arbeiten Ueberladenen unmöglich schien. Zur
Vorbereitung darauf dachte er frei sich ergehende Briefe über die
Bedingungen zur Verbreitung wahrer Humanität in die wild
stürmende, auf den Wogen ärgster Inhumanität
umgetriebene Zeit zu werfen. In der Anmerkung zu Brief 79
unserer Sammlung (S. 352) spricht er diese Beziehung zu den
»Ideen« aus. Am Ende der vierten, im Frühjahr 1792
erschienenen Sammlung seiner »Zerstreuten Blätter«,
die er noch fortzusetzen gedachte, hatte er den bedeutenden Aufsatz
»Tithon und Aurora« gegeben, in welchem er den Glauben an
eine Verjüngung und Neugestaltung der Menschheit allen
Gräueln der Zeit gegenüber aufrechthielt und die besorgte


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