Wie der Steffelbauer nicht bestohlen wurde - Johann Hahn - Страница 1 из 8


Eine Geschichte aus dem Kaiserwalde (1899) »Und ich
leid’s nicht und ich leid’s nicht! Und das Mensch mit
ihren achtzehn Jahren braucht noch keinen Burschen! Und wenn ich den
Kerl noch einmal erwisch’, so schmeiß ich ihn die Stiege
hinunter, daß er alle Viere bricht.« Das sprach der
junge Steffelbauer, der im Gesichte rot wie ein Krebs war und mit
großen Schritten in der Stube auf- und niederschritt.
»Tu Dich nur nicht gleich so ereifern«, meinte darauf der
alte Steffelbauer, der seit fünf Jahren den Auszug im Hof hatte,
»tu Dich nur nicht gleich so ereifern, wirst ja auch einmal den
Mädeln auf den Dachböden nachgestiegen sein.«
»Niemals«, gab da der junge Bauer scharf zurück.
»Bist auch einmal jung gewesen.«
»Niemals«, brauste der Bauer noch heftiger auf.
»No, wie bist denn da zu Deinem Weib gekommen, Gott hab’
sie selig Hm?« »Wie ich dazu gekommen bin? In Zucht
und Ehren! Am Abend bin ich ins Haus gegangen, in die Wohnstube,
versteht ihr? und bin da mit ihr und Vater und Mutter und den
Dienstboten und den Dienstleuten beisammen gesessen. Und wie die Zeit
kommen ist, bin ich halt ‘gangen. Höchstens, daß sie
mich bis zum Haustor begleit’ hat.« Er machte eine Pause,
dann fuhr er fort, indem er sich kerzengerade vor den Alten
hinstellte: »Ihr solltet es gar nicht gutheißen, daß
hier im Hause etwas Unordentliches vorbeigeht, versteht Ihr?«


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