Der Zundelheiner - Johann Peter Hebel - Страница 1 из 24


Meisterdieb-Geschichten aus dem Rheinländischen Hausfreund
Inhalt: Die drei Diebe Wie der Zundelfrieder und sein
Bruder dem roten Dieter abermal einen Streich spielen Der Heiner
und der Brassenheimer Müller Wie der Zundelheiner eines Tages
aus dem Zuchthaus entwich und glücklich über die Grenzen kam
Der Lehrjunge Die Tabaksdose Wie sich der Zundelheiner hat
beritten gemacht List gegen List 1 Die drei Diebe
Der geneigte Leser wird ermahnt, nicht alles für wahr zu
halten, was in dieser Erzählung vorkommt. Doch ist sie in einem
schönen Buch beschrieben, und zu Vers gebracht. Der
Zundelheiner und der Zundelfrieder trieben von Jugend auf das Handwerk
ihres Vaters, der bereits am Auerbacher Galgen mit des Seilers Tochter
kopuliert war, nämlich mit dem Strick; und ein Schulkamerad, der
rote Dieter, hielt's auch mit, und war der jüngste. Doch mordeten
sie nicht, und griffen keine Menschen an, sondern visitierten nur so
bei Nacht in den Hühnerställen, und wenn's Gelegenheit gab,
in den Küchen, Kellern und Speichern, allenfalls auch in den
Geldtrögen, und auf den Märkten kauften sie immer am
wohlfeilsten ein. Wenn's aber nichts zu stehlen gab, so übten
sie sich untereinander mit allerlei Aufgaben und Wagstücken, um
im Handwerk weiter zu kommen. Einmal im Wald sieht der Heiner auf
einem hohen Baum einen Vogel auf dem Nest sitzen, denkt, er hat Eier,


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