Der Toni vom Kandergrund - Johanna Spyri geb. Heusser - Страница 1 из 41


1. Kapitel Daheim im Steinhüttchen Hoch oben im
Berner Oberland, noch eine gute Strecke über das von Wiesen
umsäumte Dörfchen Kandergrund hinaus, steht eine kleine,
einsame Hütte, von einem alten Tannenbaum überschattet.
Nicht weit davon stürzt von der bewaldeten Felsenhöhe der
Wildbach nieder, der bei großen Regengüssen viel
Felsgestein und Geröll mit fortschwemmt. Wenn der Regen
aufgehört hat, hinterläßt der Bach eine wüste
Steinmasse, die von einem klaren Wasser schnell durchflossen wird.
Darum heißt die kleine Behausung in der Nähe dieses Baches
die Steinhütte. Hier wohnte der brave Tagelöhner Toni,
der auf allen Bauernhöfen, wohin er zur Arbeit ging, gern gesehen
wurde. Denn er war still und fleißig, pünktlich in der
Arbeit und zuverlässig in seinem ganzen Wesen. In seiner
Steinhütte wohnte er mit seiner jungen Frau und einem
Büblein, das die Freude der beiden war. Am Hüttchen in dem
kleinen Stall stand die Geiß, von deren Milch Mutter und Kind
sich ernährten, während der Vater die ganze Woche hindurch
auf den Bauernhöfen, wo er vom Morgen bis zum Abend arbeitete,
seine Kost erhielt. Nur den Sonntag verbrachte er daheim mit seiner
Frau und dem kleinen Toni. Frau Elsbeth pflegte ihr Häuschen
sehr. Wenn es auch eng und klein war, so sah es doch immer so sauber
und aufgeräumt aus, daß jeder gern in das sonnige
Stübchen eintrat. Und der Toni fühlte sich nirgends so wohl,


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