Kornelli wird erzogen - Johanna Spyri geb. Heusser - Страница 1 из 203


für Kinder und solche, die Kinder lieb haben
Am rauschenden Illerbach Die jungen Buchen
grünten wieder am rauschenden Illerbach. Ein sausender
Südwind schüttelte die leichten Wipfel hin und her und
ließ das helle Grün einmal im Sonnenschein flimmern, dann
schnell wieder von dunkeln Schatten überflogen werden; denn der
mächtige Wind trieb alle Augenblicke die großen ziehenden
Wolken über die Sonne hin. Durch das Wäldchen jagte, einmal
vom Winde getrieben, einmal dem Wind entgegen, ein kleines
Mädchen mit hochroten Wangen und fliegenden Haaren, die Augen
voll Feuer und Lebenslust. Der runde Hut, der auf den Kopf
gehörte, hing am Arme des Kindes und wurde in dem jähen Lauf
so heftig auf- und niedergeschwungen, daß er jeden Augenblick
von den Bändern reißen und ins Weite fliegen konnte. Jetzt
sauste der Wind etwas ferner, unter den Bäumen wurde es stiller.
Die Kleine stellte ihr Jagen ein und fing an zu singen:
»Schnee auf der Wiese
Und Schnee auf der Diel,
Schnee oben und Schnee unten.
Nun wird's mir zuviel.
Hoiheia, juheia.
Nun wird's mir zuviel. Oh, Sonne am Himmel,
Oh, Kuckuck im Wald,
Am Bach ihr Ranunkeln,
Oh, kommt und kommt bald!
Hoiheia, juheia,
Oh, kommt und kommt bald! Singt der Fink seine Lieder,
Schwirrt die Schwalbe ums Dach,
Schwirr ich mit und singe wieder.


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