Moni der Geißbub - Johanna Spyri geb. Heusser - Страница 1 из 36


1. Kapitel Der Moni fühlt sich wohl Um zu dem
Badehaus Fideris zu gelangen, muß man steil und lang die
Höhe hinaufsteigen, nachdem man die Straße verlassen hat,
die sich durch das lange Tal des Prättigau nach oben
schlängelt. So mühsam keuchen dann die Pferde den Berg
hinauf, daß man lieber aussteigt und zu Fuß die grüne
Höhe erreicht. Nach einem längeren Anstieg kommt man
erst zum Dorf Fideris, das auf der freundlichen, grünen
Anhöhe liegt. Von da geht es weiter in die Berge hinein, bis das
einsame Gebäude des Badeortes auftaucht, überall von
felsigen Höhen umgeben. Dort oben wachsen nur noch Tannen, die
die Höhen und Felsen ringsum bedecken. Es sähe alles
ziemlich düster aus, wenn nicht überall aus dem niederen
Weidegras die schönen Bergblümchen mit ihren glänzenden
Farben hervorguckten. An einem hellen Sommerabend traten zwei
Damen aus dem Badehaus und gingen auf dem schmalen Fußweg dahin,
der unweit des Hauses beginnt und bald sehr steil bis zu den hoch
anfragenden Felsen hinaufsteigt. An dem ersten Vorsprung blieben sie
stehen und schauten um sich, denn sie waren eben erst in dem Bad
angekommen. »Lustig ist's nicht hier oben, Tante«,
sagte jetzt die Jüngere, indem sie die Landschaft betrachtete.
»Lauter Felsen und Tannenwälder und dann wieder ein Berg
und noch einmal Tannen darauf. Wenn wir sechs Wochen hier bleiben
sollen, dann wollte ich, es wäre hier und da auch noch etwas


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