Wie Wiselis Weg gefunden wird - Johanna Spyri geb. Heusser - Страница 1 из 110


Erzählung 1. Kapitel Auf dem Schlittenweg
Draußen vor der Stadt Bern liegt ein Dörflein an einem
Berghang. Ich kann hier nicht sagen, wie es heißt, aber ich will
es ein wenig beschreiben. Wer dann dahinkommt, der kann es gleich
erkennen. Oben auf der Anhöhe steht ein einzelnes Haus mit einem
Garten daran, voll schöner Blumen von allen Arten. Das
gehört dem Oberst Ritter und heißt Auf dem Hang,. Von da
geht es hinunter. Dann stehen auf einem kleinen, ebenen Platz die
Kirche und daneben das Pfarrhaus. Dort hat die Frau des Obersten als
Pfarrerstochter ihre fröhliche Kindheit verlebt. Etwas weiter
unten kommen das Schulhaus und noch einige Häuser, und dann steht
links am Weg noch ein Häuschen ganz allein. Davor liegt auch ein
Gärtchen mit ein paar Rosen und ein paar Nelken und ein paar
Resedastöckchen, daneben aber sind Beete mit Zichorien und Spinat
bepflanzt, mit einer niederen Hecke von Johannisbeersträuchern
umgeben. Alles ist da immer in bester Ordnung und kein Unkraut zu
sehen. Dann geht der Weg wieder bergab den ganzen langen Hang hinunter
bis auf die große Straße, die an der Aare entlang ins Land
hinausführt. Dieser ganze lange Hang bildete zur Winterszeit
den herrlichsten Schlittenweg, der weit und breit zu finden war. Zehn
Minuten lang konnte man da auf dem Schlitten sitzen bleiben, ohne
abzusteigen. Denn war man vom Haus des Obersten an bei diesem ersten,
steilen Absatz einmal recht in Fahrt gekommen, so gingen die Schlitten


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