Franzosen - Josef Hofmiller - Страница 1 из 326


»Erinnerst du dich noch des schönen Lebens, das wir uns
einst ausgemalt hatten, und wie wir davon auf unsern
Spaziergängen plauderten? Wir wollten im selben Hause wohnen,
jeden Tag hätten wir, jeder an seinem Tisch, bis Mittag
gearbeitet; dann wollten wir uns gegenseitig vorlesen, was fertig
geworden war. Darauf wären wir ausgegangen, hätten die
Bibliotheken besucht, die Museen und abends die Theater; nach Hause
zurückgekehrt, hätten wir uns vor dem Schlafengehen nochmals
vergegenwärtigt, was wir während des Tages gesehen, und dann
unsere Arbeit für den folgenden Tag vorbereitet.« In
welchem Buche steht das? Erinnert es nicht an einen Brief aus Adalbert
Stifters »Feldblumen«? »Ich blieb in einem
Rapsfeld liegen, das Gesicht auf der Erde, den Kopf in den
Händen, dachte an mein Unglück, weinte mich aus und
träumte von Selbstmord. Dann stand ich auf und schleppte mich
weiter. Es war ganz dunkel geworden, ich sah nichts mehr, die ganze
Landschaft schwamm in düsterm Nebel. Meine Schläfen
hämmerten, ich wußte nicht wohin, ich fühlte mich
todunglücklich, es fror mich, es hungerte mich, ich zitterte und
hatte Angst ... Voll Neid dachte ich an die friedlichen Tage derer,
die mit der Morgenröte wach werden und sich mit dem
Abendläuten niederlegen; sie bringen ihr Leben hin überm
Pflug gebückt, sie schreiten in der Furche, die sie selber
gerissen haben; wenn sie ihr selber gewendetes Heu aufladen, so singen
sie, und fürchten tun sie nur die Hagelwetter, die ihre Ernte


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