Das Hünengrab - Julius Hart - Страница 1 из 46


Träumen Hart am Abhang führte der schmale Weg hin,
mitten durch das weißrauchige strahlende Licht der Julisonne,
leuchtend und funkelnd im Glanz des Sommers, Vorüber an
grünen Weizen- und Roggenfeldern, die sich hier und da gelb zu
färben anfingen, feucht und saftig von Fruchtbarkeit schimmernd.
Blumen und Farben überall, Farben wie auf der Palette, dick
aufgesetzt, wirr durcheinandergestrichen: dort nichts als ein
großer blauer Flecken am Wege, eine Wildnis von Cichorienblumen,
und gleich daneben eine wuchernde weite Fülle goldgelben und
süßduftenden Honigkrauts. Gleich neben dem Wege
stürzte der Boden steil und tief in die See hinab, hier und dort
eine Schlucht bildend, eine Lithe, wie die Fischer auf der Insel
sagen. Die Küste sieht aus wie eine Torte, aus der das Messer an
einzelnen Stellen ein Stück geschnitten hat. Über die Kante
starrt das Auge in die öde stille Schlucht, die mit
bräunlichgrünem Gras bewachsenen Abhänge hinunter, aus
denen ein weicher süßer Duft hervorquillt, – der Duft
des Honigkrauts, das auch dort unten goldgelb hervorschimmert.
Vereinzelt hängt Struth und Gestrüpp an den so nackt und
leer aussehenden Wänden, die um ihrer Nacktheit willen noch
steiler und tiefer zu sein scheinen. Unten noch ein schmaler Streifen
Landes, gelber Dünensand, dicht bedeckt und übersät mit
Granitsteinen und Felsblöcken, – ein wilder rauher Pfad,
den selten einer geht und der gleich wie ein Stück verlassenen


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