Menschen von Gottes Gnaden - Karl Borromaeus Heinrich - Страница 1 из 145


1910 Meinem Freund Fritz Erstes
Buch »Eine Mutter hatte ihren Kindern, zu ihrer Bildung und
Besserung, Äsops Fabeln zu lesen gegeben. Aber sehr bald brachten
sie ihr das Buch zurück, wobei der älteste sich, gar
altklug, also vernehmen ließ: ›Das ist kein Buch für
uns! ist viel zu kindisch und zu dumm; daß Füchse,
Wölfe und Raben reden könnten, lassen wir uns nicht mehr
aufbinden: über solche Possen sind wir längst
hinaus!‹ – Wer erkennt nicht, in diesen hoffnungsvollen
Knaben, die künftigen erleuchteten Rationalisten?«
Arthur Schopenhauer,
Parerga und Paralipomena:
zweiter Band. Aus den Bekenntnissen des Herrn
Lieutenant Miéville, nachmaligen Paters Bonaventura S.J.
Clermont-Ferrand, Osterdienstag 1884 Zu spät! Hier, wie
immer, bin ich zu spät gekommen. Es ist mein Verhängnis, zu
spät zu kommen, und vielleicht bin ich auch zu spät geboren.
Wenigstens sagt man, daß meine Mutter daran gestorben ist.
Ich bin zu spät gekommen. Heute hat sich mein Freund Baron
Frangart, den ich vor zehn Jahren im Jesuitenkollegium kennen und
lieben gelernt habe, mit Komtesse Riom verheiratet. Er hat ihre
Bekanntschaft auf Schloß Choiseul, bei Clermont-Ferrand,
gemacht. Die Frangart und Choiseul sind seit langen Zeiten verwandt.
Die Choiseul und Riom sind seit noch längeren Zeiten verwandt.
Und so bleibt alles in der Verwandtschaft, hauptsächlich aber bei


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