Die Vagabunden - Karl von Holtei - Страница 1 из 911


einer Vorbemerkung von
Martin Feuchtwanger Halle a. Saale Verlag von Paalzow & Co.,
G.m.b.H.
Vorbemerkung Wenn man die Art, wie Karl von Holtei dichtet
und erzählt, mit der anderer Dichter vergleichen will, so mag man
ihn etwa neben Jeremias Gotthelf oder Otto Ludwig stellen, vielleicht
auch neben Fritz Reuter. Die Romantik seiner Zeit haftet seinem Wesen
unverkennbar an und doch kann man in einzelnen seiner Werke Stellen
finden, die einer aus dem Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben haben
dürfte. Und Holtei lebte 1797 bis 1880. Die Hauptzeit seines
Schaffens liegt zwischen 1825 und 1855. Will man untersuchen, von wem
Holtei gelernt hat und an wen er sich anlehnt, so wird man finden,
daß er von jedem etwas hat, daß er
überall genippt hat, daß er aber im Grunde genommen nur
von seiner Zeit abhängt. Einen Vagabunden hat er
sich mit Vorliebe genannt, und es gibt in der Tat kaum einen Beruf,
der ihn nicht ernährte. Zwischendurch finden wir ihn immer wieder
beim Theater, einmal als Direktor und das nächste Mal als
Souffleur. Seine Vagabondage hat ihm aber niemals den Charakter
verdorben. Ehrlich, aufrecht, bieder in allen Lebenslagen und in allen
Werken! Berühmt wurde Holtei, als seine schlesischen Gedichte in
die Öffentlichkeit drangen. Er ist der erste, der in der
schlesischen Mundart schrieb, der in der schlesischen Mundart Land und


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