Die Wochenstube - Ludvig Holberg - Страница 1 из 96


fünf Akten. Aus dem Dänischen von Robert Prutz.
    Leipzig und Wien
Bibliographisches Institut
[1872]   »Die Wochenstube« erschien
zuerst 1723, unmittelbar nach dem »Elften Juni«. Wiewol
weniger ein eigentliches Stück mit einer zusammenhängenden,
consequent durchgeführten Fabel, als eine locker verbundene Reihe
von Localschilderungen, hat das Stück, bei dem der Dichter
außer dem Théâtre Italien Einzelnes von Gay, dessen
»Bettleroper« eben damals allgemeines Aufsehen erregte,
Boursault und Andere benutzte, dennoch durch die Lebendigkeit und
Treue seiner Schilderungen, sowie durch die Fülle seines Humors
lange Zeit großes Glück gemacht, in Dänemark sowol wie
in Deutschland, wo es zur Zeit der Ackermann, Eckhof,
Schröder &c. ebenfalls ein regelmäßiges
Repertoirestück war. In Kopenhagen wurde es von 1748 bis 1769
einundzwanzigmal gegeben, und auch in der Folge hat es sich dauernd
auf dem Schauplatz behauptet, theils durch seine eigene komische
Kraft, theils durch das Verdienst der Darsteller, von denen Clementin
den Corfitz, Londemann den Traugott zu ihren Glanzrollen zählten.
– Der Zweifel, den Solger in einem an Tieck gerichteten Briefe
von 1803 (vergl. Solgers nachgelassene Schriften, herausgegeben von
Tieck und Fr. von Raumer, Band 1, Seite 101) gegen die
Unschuld der jungen Frau erhebt, ist ganz ungehörig und
zerstört nicht nur den sittlich tüchtigen Kern des


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