Heinrich und Pernille - Ludvig Holberg - Страница 1 из 68


drei Akten. Aus dem Dänischen von Robert Prutz.  
  Leipzig und Wien
Bibliographisches Institut
[1872]   Der Stoff, der »Heinrich und
Pernille« zu Grunde liegt, ist ein in der modernen Literatur
außerordentlich verbreiteter und vielfach benutzter; in
Cervantes' »Betrüglicher Heirath« (in den Novelas
ejemplares), in Beaumont und Fletchers »Rule a wife and have a
wife«, in Molière's »Dépit amoureux«,
in desselben Verfassers »Précieuses ridicules«, in
»Les Chinois« bei Gherardi – überall kehrt, mit
leichten Variationen, dasselbe Thema wieder, allerdings ein Thema, das
für ein Intriguenstück kaum besser gefunden werden kann.
Welchen dieser Vorgänger Holberg vorzugsweise benutzt hat,
läßt sich jetzt nicht mehr entscheiden; bekannt waren sie
ihm ohne Zweifel sämmtlich. Den »Don Quixote« des
Cervantes wenigstens kannte er, und daß die Beaumont- und
Fletcherschen Stücke ihm während seines Aufenthalts in
Oxford in die Hände gerathen, ist mindestens wahrscheinlich.
– Das Stück, das vom Dichter selbst als reines
Intriguenstück behandelt ist und daher weniger locale
Anspielungen enthält als irgend ein anderes des Verfassers, kam,
als das sechzehnte in der Reihenfolge der Holbergschen Lustspiele,
zuerst 1724 zur Darstellung; gedruckt erschien es erst 1731, wo es die
neue Folge der Holbergschen Komödien eröffnete. Beim
dänischen Publikum war es sehr beliebt; noch von 1748 bis 1769


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