Flagranti und andere Heiterkeiten - Ludwig Hevesi - Страница 1 из 85


Schwelle überschritt, ich weiß es nicht. Sie sah so
eigentümlich verdächtig aus. Wie Schwellen, die Gott
weiß wohin führen. Ich war wie im Traum. Ich glaube, es
rief mich jemand, von innen; oder es schob, stieß mich einer,
von außen. Ich erinnere mich nicht, wie die Tür aussah,
oder ob eine vorhanden war. Aber ich glaube, es schloß sich
etwas hinter mir, mit einem seufzenden, zähneknirschenden Ton. Es
war recht dunkel in dem Raume. Anfangs sah ich gar nichts. War es ein
Gelaß, in das ich getreten? Ein Speicher? Eine Höhle? Ein
Keller? Ich roch unbestimmten Moder. Dann dämmerte mir eine
schwache Lichtempfindung. Ein unbestimmt graugrünlicher Schein
fleckte sich stellenweise mit einem unausgesprochen
bläulichgelblichen Schimmer. Unbekannte Dinge schienen da und
dort zu phosphoreszieren. Ein eigentümlich ängstlicher Mut
zwang mich, vorwärts zu gehen. Eine Art passive
Draufgängerei. Bei jedem Schritt glaubte ich in ein unsichtbares
Loch zu fallen. Ich hörte meine Tritte nicht. Der Boden war wie
mit einer tiefen Almstreu bedeckt. Das gab ein dürres Rascheln
wie von Blättern. Und ein Knacksen knickender Sachen. Oder ein
glitschriges Gleiten schon zergorener Massen. Mir war öd und
verworren zumute. Ich traf auf Schichten formloser Dinge, wo ich
durchbrach. Ich stieß gegen unbemerkte Arme und Zweige 8 von
Sachen, die im Finstern umherstanden. Sie waren so morsch, daß
sie abbrachen und an meinen Kleidern hängen blieben.


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