Das Schloß im Gebirge - Moritz Hartmann - Страница 1 из 35


Genf kommend, sollte ich in St. Jean de Maurienne, am Fuße des
Mont-Cenis, mit Herrn B... aus Paris zusammentreffen, um mit ihm
über den Berg und nach Turin weiter zu reisen. Bei meiner Ankunft
an diesem letzten Ende der Eisenbahn erkundigte ich mich sogleich beim
Chef de gare nach meinem Reisegefährten. Er war nicht da. Ein
Telegramm hatte gemeldet, daß er erst in zwei oder drei Tagen
kommen könne, und mich gebeten, entweder die Reise allein
fortzusetzen oder Herrn B... in St. Jean zu erwarten, und endlich den
Chef de gare ersucht, mich freundlich aufzunehmen und mir alle
möglichen Aufmerksamkeiten zu erweisen. Herr B... ist einer der
großen Unternehmer und Eisenbahnkönige Frankreichs; auf
dieser Eisenbahn hatte er als einer der ersten Verwaltungsräte
noch besondern Einfluß, und so reichte das Telegramm hin, um mir
die gesamte Beamtenwelt dieses Bahnhofes zur Verfügung zu
stellen. Meine Anwesenheit in Turin war, wenn ich ohne B... dahin kam,
nutzlos; ich verspürte wenig Lust, die Reise über den
öden Mont-Cenis allein zu machen, und so beschloß ich, die
durch das Ausbleiben meines Reisegefährten gewährte Frist zu
benutzen, um diesen wilden und in seinen Seitentälern wenig
bekannten Teil Savoyens kennen zu lernen. Das Elend, das hier
überall aus den erblindeten oder ganz und gar scheibenberaubten
Fenstern der Hütten blickt, hat allerdings wenig Verlockendes,
aber die Wildheit der Gegend, die gewaltigen Felsmassen, die


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