Gedichte - Otto Erich Hartleben - Страница 1 из 128


S. Fischer / Verlag / Berlin
1911    
        Dir, der Wahrheit, gelte des
ernsten Sängers
erster Laut! Dir ficht er des Geistes Kämpfe,
deiner Krone blitzender Strahl erhob und
    bannt seinen Blick nun! Opferdampf
stieg von der befleckten Erde
wahrlich niemals herrlicher auf zum Himmel,
denn, da dein Wort Märtyrerblut besiegelt,
    heilige Wahrheit, da der Pfaff sich,
Pfaffe zugleich und Henker,
an der Glutqual denkender Menschen letzte,
da im Rauch sein Blick und des Ketzers Blick wie
    Dolche sich kreuzten! – Jene
Glut, entglommen dem Schoß des Dunkels,
überwand siegreich den Bezirk der Scheite,
als des Dunkels Feind, und der Strom der Zeiten
    wird sie nicht löschen! Nein!
Sie glüht! Und wärs in den fernsten Tagen,
Asche wird die finstere Tempelhalle,
drin, geknechtet, seufzet der Geist der Menschheit!
    Hegend und reifend eine Saat, die
spätere Enkel ernten,
faßt sie Herzen, die sie entflammt zum Trotze:
ihre Macht verkündigend, hat sie meine
    Lieder befeuert.  
  Der Sünder I  
      Wenn ich den Wellenschlag des Meeres


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