Der Jungbrunnen - Paul Heyse - Страница 1 из 187


veröffentlicht] Der Jungbrunnen Neue Märchen von
einem fahrenden Schüler Berlin.
Verlag von Alexander Duncker,
Königl. Hofbuchhändler. 1850. Vorwort
Es wird sich Mancher wundern, in der traurigen Zeit lustige
Märchen auftauchen zu sehn und ein lachendes Gesicht zu gewahren,
nachdem kaum die Meduse des Bürgerkriegs den Blick gesenkt hat,
mit dem sie die Furcht auf allen Wangen versteinerte. Auch den
lachlustigen Mund des fahrenden Schülers hatte das Gespenst starr
gemacht, daß sich nur noch ein schmerzlicher Spott darauf regen
mochte, und der wäre diesen Märchen übel zu Gesicht
gestanden. Es sei daher bemerkt, daß sie schon im Jahr 1847
geschrieben wurden, wo der Humor noch im Stande der Unschuld war und
im Flügelkleide harmlos herumlaufen durfte. Der gute Junge hat
schnell ein Mann werden und sich an die Waffen gewöhnen
müssen. Daß aber das kleine Buch jetzt dennoch in die
Welt tritt, bedarf kaum der Rechtfertigung, wenn es überhaupt je
würdig war, vor so Vieler Augen zu kommen. Schnitzt man doch an
den Stock, mit dem man auf Berge wandert und sich in bösen
Händeln durchhilft, ein Pfeiflein, und wenn es eine ordentliche
Flöte ist, um so besser! – Dann aber das junge Geschlecht,
deren unschuldigen Augen die Gorgo noch nichts anhaben konnte!
Wißt ihr nicht, daß der Wein, der feurig gedeihen soll,
viel Sonnenscheins in seiner Jugend bedarf? Beiläufig noch


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