L'Arrabbiata - Paul Heyse - Страница 1 из 27


Sonne war noch nicht aufgegangen. Über dem Vesuv lagerte eine
breite graue Nebelschicht, die sich nach Neapel hinüberdehnte und
die kleinen Städte an jenem Küstenstrich verdunkelte. Das
Meer lag still. An der Marine aber, die unter dem hohen Sorrentiner
Felsenufer in einer engen Bucht angelegt ist, rührten sich schon
Fischer mit ihren Weibern, die Kähne mit Netzen, die zum Fischen
über Nacht draußen gelegen hatten, an großen Tauen
ans Land zu ziehen. Andere rüsteten ihre Barken, richteten die
Segel zu und schleppten Ruder und Segelstangen aus den großen
vergitterten Gewölben vor, die tief in den Felsen hineingebaut
über Nacht das Schiffgerät bewahren. Man sah keinen
müßig gehen; denn auch die Alten, die keine Fahrt mehr
machen, reihten sich in die große Kette derer ein, die an den
Netzen zogen, und hie und da stand ein Mütterchen mit der Spindel
auf einem der flachen Dächer, oder machte sich mit den Enkeln zu
schaffen, während die Tochter dem Manne half. Siehst du,
Rachela, da ist unser Padre Curato, sagte eine Alte zu einem kleinen
Ding von zehn Jahren, das neben ihr sein Spindelchen schwang. Eben
steigt er ins Schiff. Der Antonino soll ihn nach Capri
hinüberfahren. Maria Santissima, was sieht der ehrwürdige
Herr noch verschlafen aus! – Und damit winkte sie mit der Hand
einem kleinen freundlichen Padre zu, der unten sich eben
zurechtgesetzt hatte in der Barke, nachdem er seinen schwarzen Rock


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