Aus dem Heiligtum der Schönheit - Peter Hille - Страница 1 из 35


aus vergangenen Tagen sah er aus, ein Germane mit wallendem Haar und
flammendem Barte: Peter Hille, der Philosoph des Schönen, der
Bekenner zu ewiger Jugend und beseligender Kindlichkeit. Ein ruhiges,
weltüberhobenes Auge gab den bleichen Zügen etwas
Feierliches, Hohes. Freimütig wie das klare Antlitz des Himmels
war sein Blick; es war Gesundheit darin und ferne Weite, ein stilles
Jubeln wie ein schöner Maientag. Am 11. September 1854 hatte
Peter Hille zu Erwitzen i. W. das Licht der Welt erblickt. Hier
verlebte er seine Kindheit, und der Wald war sein liebster Aufenthalt.
Dorthin schlich er manche Stunde, und selbst das Gebot der Schule
konnte nicht seiner Sehnsucht wehren, wenn des Waldes Rauschen oder
der Vögel Lied ihn rief. In einer Selbstbiographie sagt er:
»Ich verlebte eine einzige Kindheit auf dem Lande, machte in
eigenwillig verlängerten Ferien und flunkerweis ausgefallenen
Stunden viel Gänge in den Wald und war stolz, wenn ich nach
Anweisung meines Vaters, des Rentmeisters Friedrich Hille, mit
Rötel Nummern an die Braken und Klafter schreiben durfte oder
eben mal hinlief, um zu sehen, welche Nummer drüben an dem
Holzhaufen stand. Auch die vornehme Freiheit des adligen Landlebens
lernte ich im Umgange mit den Schloßkindern schätzen.
Geschäftsreisen meines Vaters in der Kutsche oder im Ponywagen
brachten mich in die Weserstadt Höxter, mit der alten
mächtigen Kastanienallee und der noch älteren


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