Wilhelm Brinkmeyers Abenteuer - Rudolf Huch - Страница 1 из 399


selbst erzählt     Zweite Auflage
  München und Leipzig
Verlegt bei Georg Müller
1911     Vorbemerkung Um
den Leser tunlichst vor Enttäuschungen zu bewahren, sei vorweg
bemerkt, daß Brinkmeyer seine Erinnerungen nicht zu Ende
geschrieben hat. Es ist nicht seine Schuld. Eine vis major hat ihn
gehindert, die auch der strengste Gerichtshof als eine ausreichende
Entschuldigung muß gelten lassen. Nicht allein das ist zu
beklagen, daß der Schluß fehlt. Brinkmeyer hat auch in
einer Hast geschrieben, als ob er geahnt hätte (was nicht der
Fall war), daß er sich beeilen müsse. Dermaßen zwar,
daß er vielfach auch nicht einmal flüchtig übergelesen
haben kann, was er geschrieben hat. Auch mangelt es an jeglicher
Feile. Der Leser wird das selbst bemerken. Abgesehen von allem andern
hätte es Brinkmeyer bei einem auch nur ganz oberflächlichen
Durchlesen kaum entgehen können, daß seine Erzählung
ihren Zweck nicht wohl erfüllen kann. Der Herausgeber war im
Zweifel, ob es nicht seine Aufgabe sei, das schuldlos Versäumte
nachzuholen. Allein er kam zu dem Schlusse, daß er nicht weiter
schreiben könne, wo Brinkmeyer 6 aufgehört hat; geschweige
denn, daß er es unternehmen dürfe, ihn zu verbessern.
So muß es dem Leser überlassen bleiben, bei sich zu
mildern, was ihn abstößt, auszugleichen, was ihm
widerspruchsvoll erscheint, zu bezweifeln, was er nicht glauben mag,


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