Karl der Zwölfte und seine Krieger - Verner von Heidenstam - Страница 1 из 524


Brandmeister Branntwein und Bier verkaufte, war ein langer,
schmalschultriger Kunde die Treppe hinabgestoßen worden, und der
leere Zinnkrug wurde ihm nachgeschleudert, so daß er ihm
zwischen die Stiefel rollte. Seine Kammgarnstrümpfe waren
gestopft und schmutzig. Das Halstuch hatte er bis über den Mund
und die unrasierten Backen hinaufgebunden, und er stand
immerwährend mit den Händen in den Taschen seiner
Rockschöße. »Weist den verrückten Ekeroth
hinaus!« sagte der Brandmeister. »Er hat Tabakpriemchen
ins Bier gepustet und Peter Maler mit einer Stopfnadel gestochen, und
er ist voller Bosheit durch und durch. Dann schlagt den Klapptisch
zusammen: Es ist Befehl gegeben, die Schloßtore zu
schließen, denn es ist jetzt bald zu Ende mit dem Leben der
Königlichen Majestät.« Einer der Kammerdiener
war Karls alter, treuer Diener Haakon. Er hatte ein friedliches
Gesicht und ging so krummbeinig in seinen steifen Kleidern, daß
es aussah, als sei er eben vom Pferd gestiegen. Er hob den Krug auf
und steckte ihn freundlich unter Ekeroths Arm. »Ich werde
dem Herrn Konstabler folgen,« sagte er, »oder dem Herrn
Leutnant, oder wie man nun sagen soll.« »Lars
Ekeroth ist Kapitän bei der Kriegsflotte der
gnädigen Majestät,« antwortete Ekeroth, »und
reise- und sprachkundig ist er auch. Hier auf dem Schloßboden
weiß man zwischen Volk und Volk zu unterscheiden. Ich werde eine
Anzeige und Klage einreichen, das werde ich. Habe ich Euch nicht


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