Die Elenden. Fünfter Theil. Jean Valjean - Victor Hugo - Страница 1 из 459


Fünfter Theil. Jean Valjean Uebersetzt von Dr. G. A.
Volchert Berlin. J. Gnadenfeld & Co.
Erstes Buch. Eine Schlacht zwischen vier Wänden
I. Die Charybdis in der Vorstadt Saint-Antoine und die Scylla in
der Vorstadt des Temple Die beiden denkwürdigsten
Barrikaden, die der Beobachter der socialen Kämpfe anführen
kann, gehören nicht der Zeit an, in der sich die Handlung dieses
Buches abspielt. Diese beiden Schanzen, die in verschiedner Hinsicht
Symbole einer furchtbaren Periode waren, entstanden während der
Junirevolution des Jahres 1848, des größten
Straßenkampfes, den die Geschichte gesehen hat. Es kommt
hier und da vor, daß den Principien, ja sogar der Freiheit,
Gleichheit und Brüderlichkeit, ja sogar dem allgemeinen
Stimmrecht, der Herrschaft Aller zum Trotze der ewig verzweifelte
Theil der Nation, das Gesindel in seiner Angst, seiner Pein, seinem
Elend, seiner Unwissenheit zu den Waffen greift, daß der
Pöbel dem Volk eine Schlacht liefert, sich gegen das gemeinsame
Recht auflehnt. Dergleichen Ereignisse stimmen den
Menschenfreund schwermüthig, denn auch diesem verrückten
Beginnen liegt ein gewisses Maß Recht zu Grunde und die
Schimpfworte Lumpe, Gesindel, Ochlokratie, Pöbel, konstatieren
leider eher ein Verschulden der herrschenden, als der leidenden
Stände, eher der Bevorrechtigten, als der Enterbten. Was
uns persönlich betrifft, so sprechen wir diese Worte nie ohne ein


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