Han der Isländer. Band 1 - Victor Hugo - Страница 1 из 194


diese arme Guth Stersen würde nicht auf diesem großen
schwarzen Stein da ausgestreckt liegen, wie ein Seefisch, den die Ebbe
zurückgelassen hat, wenn sie nie an etwas Anderes gedacht
hätte, als die Bretter am Nachen ihres Vaters festzunageln oder
seine Netze zu flicken. Möge St. Usuph der Fischer unsern
alten Kameraden in seinem Leide trösten!« »Und
ihr Bräutigam,« fiel eine heisere zitternde Stimme ein,
»Gill Stadt, dieser schöne, junge Mensch, der neben ihr
liegt, würde nicht da sein, wenn er, statt diese Guth zu lieben
und in den verfluchten Bergwerken von Roeraas sein Glück zu
suchen, an der Wiege seines jungen Bruders, die an den rauchigen
Balken seiner Hütte hängt, sitzen geblieben
wäre.« Der Nachbar Niels unterbrach sie: »Euer
Gedächtnis, altert mit Euch, Mutter Olly. Gill hat niemals einen
Bruder gehabt, und deßhalb muß der Schmerz der armen
Wittwe Stadt um so bitterer sein, denn ihre Hütte ist jetzt ganz
einsam und verlassen. Wenn sie zum Himmel aufblicken will, um dort
Trost zu suchen, so findet sie zwischen ihren Augen und den Wolken ihr
altes Dach, an dem noch die leere Wiege ihres Kindes hängt, das
ein großer Jüngling geworden und dann gestorben ist.«
»Arme Mutter!« sagte die alte Olly. »Was den
jungen Menschen betrifft, so ist er selbst Schuld, warum ist er
Bergknappe in den Minen von Roeraas geworden?« »Ich
glaube in der That,« sagte Niels, »daß diese


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